Samstag, 14. April 2012

Tickettörning - törn'se ticket


ein neuer Trend der modernen Fortbewegung durch welche der Zeitwert von übertragbaren Fahrkarten öffentlicher Verkehrsmittel maximal ausgeschöpft wird. Unterstützer plädieren mit der Vergänglichkeit dieser Art von Konsumgüter: "Ein nicht genutztes Bahnticket ist wie ein Burger, der ekelig wird, wenn er abkühlt, somit gar nicht mehr gegessen wird und schlussendlich vergammelt."



Und so einfach geht's:


1. Nachgucken! Wie lange ist meine Fahrkarte gültig? 
2. Brauche ich sie noch nach dem Ausstieg? Wenn nein:
3. Aussteigen und an einen wartenden potenziellen Fahrgast weiterschenken.


Im Land Bremen und in Hamburg funktioniert dieses Prinzip bei Einzelfahrkarten im öffentlichen Stadtverkehr (Gültigkeitsdauer 90min in jede Richtung) und der höchsten Preisklasse im regionalen Verkehrsbund bei weiterführenden Fahrten vom Abfahrtsort. Auch Spezialangebote wie übertragbare Nachttickets eignen sich wunderbar. Lässt sich kein Abnehmer finden, gelingt es schnell das Ticket am Fahrkartenautomaten mit einer netten Notiz o.ä. festzuklemmen, sodass auch in diesem Fall der Restwert der stetig ablaufenden Zeit nicht verloren geht.


Tickettörner beschwören durch diese neue Art der Bewegung bereits vor dem ein oder anderem elendigen Dilemma verschont worden zu sein: "Einmal, als mir 50cent für eine Fahrkarte fehlten, hätte ich fast 10km nachts bei -13°C und Tennisball großen Hagelkörnern dramatisch durch einen Wald und Morast laufen müssen, um nach Hause zu kommen. Aber mir wurde ein Ticket getörnt, oh yeah!"


Heinz Horst, 24, Student: "Ich nehme nicht an diesem Trend teil, weil ich mit dem Semesterticket ausgestattet bin. Aber das Thema rockt derbst! Jetzt schreibe ich meine Abschlussarbeit über Tickettörner und die Nachhaltigkeit der öffentlichen Zeitteilung und habe durch mein liken, sharen und kommentieren bereits unzählige Törner rekrutiert."

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